der vermutlich meistverkaufte Edelstein der Welt
Weisse natürliche Diamanten.. jeder kennt sie – aber wussten Sie, dass es sie auch in verschiedenen Nuancen wie braun, rosa, rot, orange, blau, grau, schwarz oder
grün gibt?
Quelle: Kulsen AG
Tief unter der Erdoberfläche, in etwa 150 bis 200 Kilometern Tiefe, herrschen die perfekten Bedingungen für die Entstehung von natürlichen Diamanten: Temperaturen von über 1‘000 Grad Celsius und enormer Druck. Unter diesen Umständen verwandelt sich gewöhnlicher Kohlenstoff in die härteste natürliche Substanz, die wir kennen.
Das Spannende daran: Viele natürliche Diamanten, die heute in Schmuckstücken verarbeitet sind, sind über eine Milliarde Jahre alt – einige sogar mehr als drei.
Es gibt zwei Varianten wie natürliche Diamanten abgebaut werden:
Primäre Lagerstätte - Abbau in Minen: Die meisten natürlichen Diamanten werden aus sogenannten Kimberlit-Rohren gewonnen. Das sind uralte Vulkanschlote, durch die Diamanten aus der Tiefe an die Oberfläche
transportiert wurden
Sekundäre Lagerstätte - Alluvialer Abbau aus Flüssen: Manche Diamanten wurden im Laufe von Millionen Jahren durch Erosion aus ihrem ursprünglichen Gestein gelöst und in Flüsse oder Küstenregionen gespült
Verlobungs- und Ehering in Weissgold 750 mit Brillanten
Bewertungsskala 4C's
Die Skala der 4C bei Diamanten entstand Mitte des 20. Jahrhunderts, entwickelt um einen einheitlichen, objektiven Standard für die Bewertung von farblosen Diamanten zu schaffen. Vor dieser Zeit gab es keine einheitliche Terminologie, was den Diamantenhandel erschwerte.
Ziel war es, Käufern und Verkäufern eine verlässliche Sprache zu geben. Die 4C ermöglichen es, die Qualität und damit den Wert eines Steins präzise zu definieren, was durch international anerkannte Zertifikate dokumentiert wird.
Diese unterscheiden folgende Kriterien:
Carat - Gewicht
Color - Farbe
Clarity - Reinheit
Cut - Schliff
Carat / Gewicht
Das Gewicht des Diamanten wird in Karat gemessen, vobei 1 Karat = 0.2 Gramm entspricht.
Color / Farbe
Color beschreibt bei Diamanten, wie farblos der Edelstein ist. Die Skala beginnt bei D und endet bei Z. Umso "Höher" der Buchstabe im Alphabet, umso farbloser der Edelstein.
"Fancy Colored Diamonds" werden nicht mit dieser Skala bewertet, sondern mit ihrer eigenen.
Quelle: Google
Clarity / Reinheit
Clarity beschreibt, wie viele und wie sichtbare Einschlüsse und äussere Merkmale ein Diamant hat. Einschlüsse sind winzige „Unregelmässigkeiten“ im Inneren des Diamanten.
Zum Beispiel können sie als kleine Kristalle, feine Risse (sogenannte „Feathers“) oder Wolken/Punkte auftreten. Sie entstehen während des Wachstums tief in der Erde. Man kann sie sich wie natürliche Fingerabdrücke vorstellen.
Reinheit I3
Cut / Schliff
Die Schliffqualität ist eines der wichtigsten der „4C“ bei Diamanten, da sie bestimmt, wie stark ein Diamant funkelt und das Licht bricht. Sie bewertet, wie präzise die Facetten geschliffen sind und wie gut die Proportionen aufeinander abgestimmt sind, um das Licht optimal zu reflektieren.
Quelle: Google
Die Bewertung des Schliffs ist komplex und setzt sich aus drei Hauptkomponenten zusammen:
Proportionen: Hierbei geht es um das Verhältnis zwischen Höhe, Breite und Facetten. Wenn die Proportionen perfekt sind, wird das Licht optimal gebrochen und reflektiert
Symmetrie: Beschreibt die Anordnung und Gleichmässigkeit der Facetten
Politur: Bewertet die Glätte der Facettenoberflächen
Brillant oder Diamant?
Ein Brillant ist kein eigener Edelstein, sondern ein Schliff bei einem Diamanten.
Der Brillantschliff wurde speziell für den Diamanten entwickelt, um seine besondere Fähigkeit optimal zu nutzen: das starke Funkeln durch seine hohe Lichtbrechung.
Früher wirkten Diamanten oft eher matt. Durch den Brillantschliff mit 58 perfekt angeordneten Facetten wird das Licht im Stein mehrfach reflektiert und wieder zurückgeworfen = Totalreflektion – so entsteht das typische intensive Funkeln und „Feuer“ .
Aus diesem Grund hat sich im Schmuckhandel auch die Bezeichnung "Brillant" für einen runden facettierten Diamanten durchgesetzt, egal in welcher Grösse.
Auch andere Edelsteine werden mit diesem Schliff geschliffen, müssen aber um Verwechslungen zu verhindern, jeweils vorgängig den Namen des Edelsteines aufweisen, z.B. Saphir im Brillantschliff, Turmalin im Brillantschliff.
Diamant-Schliffe
Quelle: Google
Verlobungsring in Gelbgold 750, oekogold mit Diamant im Smaragd-Schliff
Woher kommt die Farbe im "fancy colored Diamond"?
Die beiden wichtigsten Faktoren bei der Entstehung von natürlichen Diamantfarben sind:
Spurenelemente - Verunreinigungen
Diamant ist ein Material, das fast vollständig aus Kohlenstoff besteht. Als Spurenelemente können auch andere Elemente wie Stickstoff oder Bor eingeschlossen sein, die dem Diamanten eine unterschiedliche Färbung verleihen können.
Diamantstruktur - Defekte des Kristallgitters
Die Kohlenstoffatome, aus denen ein Diamant aufgebaut ist, sind in einer besonders stabilen, regelmässigen Gitterstruktur angeordnet. Wird dieses Gitter verformt, kann dadurch ein Farbeindruck entstehen.
Künstliche Behandlung
Mit Hilfe modernster Verfahren ist es auch möglich, natürliche Diamanten, durch Zutun des Menschen, in ihrer Farbe zu verändern oder zu intensivieren. All diese Behandlungen müssen deklariert werden. Häufig finden sich Behandlungen in den Farben Grün, Blau, Gelb, Braun oder Schwarz um tiefere Farben zu erzeugen.
Anhänger in Rotgold 750, oekogold mit Feueropal und schwarzen bestrahlten Brillanten
Besonderheiten "fancy Diamonds"
Bei natürlichen farbigen Diamanten gilt die gleiche Bewertungsskala wie bei farblosen Diamanten, mit Ausnahme der Farbskala. Bei der Graduierung von naturfarbenen Diamanten kommt es nicht nur auf den Farbton, sondern auch auf die Farbintensität an.
Alle Farben, ausser die champagnerfarbigen, werden wie folgt unterteilt:
faint
kaum sichtbar
very light
sehr schwach/hell
light
schwach/hell
fancy light
fancy
fancy intense
fancy vivid
leuchtend/satt
fancy deep
tief
fancy dark
dunkel
Champagnerfarbigen Diamanten werden unterteilt in C1 - C7:
Quelle: Kulsen AG
Bezeichnung der Farbe
Die Farbe steht immer hinter dem Wort „Fancy“. Ein „Fancy Pink Diamond“ ist zum Beispiel einfach ein rosa Diamant. Seine Farbe ist weder sehr hell noch sehr stark und hat keine andere Farbnuance.
Quelle: Kulsen AG
Wenn ein Diamant mehrere Farben hat, werden diese nacheinander genannt. Die Hauptfarbe wird dabei immer am Ende genannt:
Ein „Fancy Brown Pink Diamond“ ist ein Diamant mit Braun und Rosa – wobei Rosa die Hauptfarbe ist.
Ist die zweite Farbe nur leicht vorhanden, wird das mit „-ish“ oder „-y“ beschrieben - bedeutet dass ein „Fancy Brownish Pink“ Diamond" hauptsächlich rosa ist und nur einen kleinen Braunanteil hat.
Quelle: Kulsen AG
Manchmal werden auch bis zu drei Farben angegeben. Die Hauptfarbe steht aber auch hier immer zuletzt:
Quelle: Kulsen AG
Farbursache
Braune und Rosatöne
Gelb
Gelbe Diamanten enthalten häufig geringe Mengen Stickstoff. Dieser Stickstoff beeinflusst die Lichtaufnahme im Kristall: Er absorbiert vor allem den blauen Anteil des sichtbaren Lichts. Die übrigen Lichtanteile werden reflektiert und erzeugen so den charakteristischen gelben Farbeindruck.
Die Intensität der Gelbfärbung hängt davon ab, wie die Stickstoffatome im Kristallgitter angeordnet sind. Treten sie in Gruppen auf, entsteht meist ein helleres Gelb. Befindet sich hingegen ein einzelnes Stickstoffatom anstelle eines Kohlenstoffatoms im Gitter, kann dies zu einer besonders kräftigen und gesättigten Gelbfärbung führen.
Orange
Hauptursache für die orange Farbe sind wie bei den gelben Varianten Einlagerungen von Stickstoffatomen im Kristallgitter.
Blau
Während ihrer Entstehung wird Bor in das Kristallgitter eingebaut und verändert dort das Verhalten der Elektronen. Diese können bestimmte Anteile des Lichts – insbesondere im gelben Bereich – absorbieren. Das verbleibende Licht erscheint unserem Auge dadurch in einem faszinierenden Blau.
Diese besonderen Bedingungen kommen in der Natur nur äusserst selten vor. Weniger als ein Prozent aller Diamanten in Schmuckqualität zeigen diese begehrte blaue Färbung, was sie zu echten Raritäten macht.
Grau
Eine Farbursache für die graue Farbe bei Diamanten sind Einlagerungen von Bor- oder
Wasserstoffatomen im Kristallgitter, wodurch bestimmte Wellenlängen des weissen Lichts
absorbiert werden. Eine weitere Ursache sind winzige dunkle Einschlüsse im transparenten Diamanten, zum Beispiel kleinste Graphitkonzentrationen des Kohlenstoffs.
Schwarz
Natürliche schwarze Diamanten verdanken ihre Farbe nicht einzelnen Spurenelementen, sondern einer Vielzahl von Einschlüssen im Inneren des Steins. Dabei handelt es sich meist um winzige Partikel aus Graphit oder anderen Mineralien sowie um starke strukturelle Unregelmässigkeiten im Kristallgitter. Diese dichten Einschlüsse und Defekte streuen und absorbieren das einfallende Licht so stark, dass kaum etwas reflektiert wird.
Grün
Grüne Diamanten entstehen hauptsächlich durch natürliche Bestrahlung im Erdinneren oder in der Erdkruste. Dabei wird das Kristallgitter über lange Zeit durch radioaktive Strahlung verändert, wodurch bestimmte Bereiche im Stein „verfärbt“ werden. Diese Veränderungen führen dazu, dass vor allem rote Lichtanteile absorbiert werden – der Diamant erscheint dadurch grün.
Da dieser Prozess sehr selten und ihre natürliche Färbung schwer nachweisbar ist, gehören grüne Diamanten zu den besonders seltenen Farbdiamanten.
Rot
Rote Diamanten erhalten ihre aussergewöhnliche Farbe durch eine starke Verformung ihres Kristallgitters während ihrer Entstehung tief im Erdinneren. Diese strukturelle Veränderung beeinflusst die Lichtabsorption, sodass der Stein rot erscheint.
Rot gilt als die seltenste Farbe unter den Diamanten – entsprechend begehrt und kostspielig sind sie. Weltweit sind nur etwa 30 Exemplare bekannt, einige in Privatbesitz, sodass geschätzt wird, dass total ca. 100 Stück existieren.
Ring in Rotgold 750, oekogold mit champagnerfarbiger Diamant C4 im Princess-Schliff
Vertrauen
Wie bei allen Edelsteinen ist Vertrauen die Grundlage jeder Zusammenarbeit – insbesondere im sensiblen Kontext sogenannter „Blood Diamonds“.
Mit meinen beiden langjährigen Schweizer Partnern – der Blue Peacock Diamonds AG für farblose Diamanten und der Dominik Kulsen AG für naturfarbene Diamanten – arbeite ich mit zuverlässigen und verantwortungsvollen Lieferanten zusammen.
Beide stehen für umfassende Fachkenntnis, höchste Qualitätsansprüche sowie eine sorgfältige und transparente Auswahl, die sicherstellt, dass ethisch einwandfreie Diamanten ihren Weg in meine Goldschmiede finden.
Blue Peacock Diamonds AG gehört dem "Responsible Jewellery Counci" an - eine internationale Organisation, die sich für verantwortungsvolle Geschäftspraktiken in der Schmuckindustrie einsetzt. Das RJC-Zertifikat ist ein bedeutendes Gütesiegel, welches die Bemühungen um Transparenz, Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung in der gesamten Lieferkette bestätigt.
Als zertifiziertes Mitglied des RJC verpflichten man sich, die höchsten Standards in Bezug auf Menschenrechte, Arbeitspraktiken, Umweltschutz und Ethik einzuhalten.
Dominik Kulsen ist Mitglied der Diamant- und Edelsteinbörse Idar-Oberstein und hat sich damit den strengen Regeln und Handelsstandards dieser internationalen Börse verpflichtet. Darüber hinaus folgt er dem Verhaltenskodex sowie den ergänzenden Beschlüssen der World Federation of Diamond Bourses (WFDB), die weltweit für faire, transparente und verantwortungsvolle Geschäftspraktiken in der Diamantbranche stehen.
Die DOMINIK KULSEN AG ist zudem Mitglied im Verband der Schweizer Edelsteinbranche (VSE) und hat dessen Ethik-Codex unterzeichnet. Damit bekennt sich das Unternehmen klar zu höchsten Standards in Bezug auf Integrität, Transparenz und verantwortungsbewusstes Handeln entlang der gesamten Lieferkette.
Scheuen Sie sich nicht, mich zu kontaktieren, sollten Sie einen Diamantwunsch haben - ich bin gerne für Sie da! Bis zum 30. Mai finden Sie ebenfalls wieder schöne Raritäten in meinem Schaufenster.
Ohrhänger in Gelbgold 750, oekogold mit Berkgristall-Blüten und Brillanten in fancy light yellow
